Die Berufsunfähigkeit aus der Sicht der Frauen

Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit sind je nach Berufsfeld unterschiedlich. Bei körperlicher Arbeit machen sich Verschleißerscheinungen bemerkbar. Vor allem Probleme mit dem Rücken und den Gelenken machen es vielen unmöglich, in ihrem Beruf weiter zu arbeiten. In anderen Berufsfeldern nehmen psychische Erkrankungen zu, die die körperlichen Leiden mittlerweile als Hauptursache für die Berufsunfähigkeit fast übertroffen haben. Rechtzeitig Vorsorge zu treffen ist daher wichtig, zumal auch noch Risiken wie Herz-Kreislauferkrankungen, Unfälle und Krebs hinzukommen. Leider denken vor allem Frauen zu spät an den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Nach wie vor gelten Frauen im Berufsleben als unzureichend abgesichert. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass sie sich, allen Scheidungsstatistiken zum Trotz nicht intensiv genug darum bemühen. Mit einem Rentenanspruch von durchschnittlich 540 Euro sind Frauen in Deutschland nur halb so gut abgesichert wie Männer, weniger Versicherungsjahre durch Auszeiten und niedrige Einkommen zählen zu den Gründen. Im Falle einer Berufsunfähigkeit sind Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zumeist unzureichend. StudentInnen, Hausfrauen oder Selbstständige können auch komplett leer ausgehen. 40 bis 70 Euro monatlich zahlt eine 30-jährige Hausfrau in Deutschland für eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die ihr bis zum ihrem 60. Lebensjahr eine Berufsunfähigkeitsrente von 1000 Euro sichern soll. Eine Vollzeitkraft, die sich um Hausarbeit und Kinder kümmert, ist aber bereits heute unter 1600 Euro kaum noch zu bekommen – und eine BUV, die Hausfrauen auf diesen Betrag versichtert, haben deutsche Versicherer zur Zeit nicht im Angebot.

Berufstätige Frauen liegen laut Umfragen deutlich hinter Männern zurück, was den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung angeht. Lediglich 42% haben verfügen über eine BUV, gegenüber 62% bei den Männern. Dabei schätzen zwei von drei Frauen für sich das Risiko einer vorzeitigen Erkrankung für sich als durchaus real an – keine gute Korrelation zwischen Sorge und Vorsorge also. Auch die Schätzung der meisten Frauen, sie seien langfristig gesünder als Männer, erscheint angesichts der Tatsache, dass Männer im Schnitt früher (50,6 Jahre) berufsunfähig werden als Frauen (49,5 Jahre), als kaum noch rational. Zwar soll sich der Anteil an BUV versicherten Frauen bis 2015 von 42% auf 50 heben, dennoch bleibt zu konstatieren, dass Frauen sich his heute zu wenig und zu spät um eine an ihren Bedürfnisse angepasste Altersversorgung und Risikoabsicherung – und damit auch um mehr persönliche Unabhängigkeit – bemühen.

Was Berufsunfähigkeitsversicherungen angeht, gilt es vor allem eins zu beachten: wer zu spät vorsorgt, hat es in der Regel später schwerer, eine gute Police zu bekommen, da Versicherer naturgemäß für junge Personen bessere Bedingungen bieten als für ältere. Bedenkt man, dass heute durchschnittlich 43 Prozent aller der jungen Menschen später berufsunfähig werden, macht es umso mehr Sinn, dieses Lebensrisiko durch abzusichern. Vor allem BerufseinsteigerInnen und StudentInnen versäumen es häufig, sich eine gute Police zu sichern, obwohl gerade junge Mensch von staatlicher Seite kaum gegenüber Berufsunfähigkeit abgesichert sind. Mit einer zeitlich gestaffelten Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich das ausgleichen. Sie setzt mit geringeren Beiträgen in jungen Jahren ein, so dass auch für junge Berufstätige ein nennenswerter BU-Rentenanspruch besteht. Wichtig für Hausfrauen auf der Suche nach einer BUV ist unter anderem, beim Kleingedruckten auf die feinen Unterschiede zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit zu achten. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Erwerbsunfähigkeitsklausel sind Hausfrauen nur gegen für Erwerbsunfähigkeit versichert. Um ihre Rente in Anspruch zu nehmen, dürfen sie in diesen Fall auch nicht mehr in der Lage sein, in einem anderen Beruf für mehr als 3 Stunden tätig zu sein -  andernfalls wird nicht gezahlt.

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