Frauen in der Logistik

Obwohl Frauen inzwischen durchschnittlich über eine bessere berufliche Ausbildung verfügen als Männer, sind sie in der Logistikbranche nach wie vor unterrepräsentiert. Bei der Güterbeförderung im Straßen- und Eisenbahnverkehr sowie in der See- und Küstenschifffahrt liegt der Anteil der Frauen insgesamt unter 14 Prozent. Dieser Trend zeigt sich nicht nur für die Ausbildungsberufe im Lager- und Fahrbereich. Auch in den Führungsetagen von Logistik-Unternehmen finden sich kaum Frauen. Dabei schließen fast gleich viele Akademikerinnen ein Studium in den rechts-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen ab. Trotz der gleichen Qualifikation sind weniger als 10 Prozent der Führungspositionen in Logistikunternehmen mit Frauen besetzt.

Dies liegt keineswegs daran, dass Frauen weniger geeignet wären, Warenversand und -lagerung zu organisieren oder moderne Supply Chains zu planen. Dass Frauen in den Chefetagen von Logistikbetrieben unterrepräsentiert sind, ist ein Problem, das auch fernab von Transport und Umschlag existiert. Weibliche Führungskräfte müssen ihrer eigenen Einschätzung nach mehr leisten, als ihre männliche Kollegen und verdienen für die gleiche Arbeit weniger Geld. Dass die Gleichstellung der Frau noch lange nicht erreicht ist, ist kein Geheimnis. Zum anderen wird Frauen im Logistikmanagement die Arbeit nicht dadurch erleichtert, dass die Branche von Männern dominiert ist und in der Gesellschaft auch so wahrgenommen wird. Wenn der gesamte Mitarbeiterstab männlich geprägt ist – beispielsweise weil es kaum Lastkraftwagenfahrerinnen oder Lagerhelferinnen gibt – ziehen Frauen höher gestellten Positionen automatisch mehr Aufmerksamkeit auf sich. Wenn dann auch die Auftraggeber aus männerdominierten Bereichen wie der Automobilbranche oder der Stahlindustrie kommen, wird dieser Effekt noch verstärkt.

Das Problem allein den Männern in die Schuhe zu schieben ist jedoch zu einfach. Die momentane Situation liegt auch an den gesellschaftlichen Gegebenheiten. Außerdem müssen Frauen selbst den Weg in die jeweiligen Branchen suchen und den Willen mitbringen, sich dort durchzusetzen. Wenn sie beweisen, dass sie die Arbeit genauso gut erledigen und sich nicht einschüchtern lassen, lässt sich langfristig ein Wandel erzielen.

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