Schwangerschaft: Ausbleiben von Glücksgefühlen

“Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!” Wenn frau diesen Satz zu hören bekommt, sieht sie sich der eigentlich immer gleichen Erwartungshaltung seitens ihres Umfelds und auch von ihr selber gegenüber: Jetzt ist Riesenfreude angesagt! Sollte das nicht der Fall sein, trauen sich die wenigsten, dies offen zuzugeben. Dabei sind sie weiß Gott nicht allein mit diesen unerwarteten Gefühlen: Ganz gleich, ob frau regelrecht auf die Schwangerschaft hingearbeitet hat oder die ganze Situation völlig unerwartet kam: Das als normal vorausgesetzte und erwartete Hochgefühl bleibt aus, und dies passiert vielen Frauen beileibe nicht nur bei der ersten Schwangerschaft – auch bei der zweiten oder dritten gibt es keinen Garantieschein auf Glücksgefühle.

An dieser Stelle ist frau versucht, das Ganze einfach auf die Hormone zu schieben. Nach dem Motto “das vergeht schon wieder”, werden negative Gedanken beiseite geschoben, als ob es falsch wäre, sich zu sorgen. Doch Schwangerschaft hat nichts mit Hollywood zu tun! Das Ausbleiben von Glücksgefühlen ist relativ normal, handelt es sich doch bei einer Schwangerschaft um ein einschneidendes Ereignis besonders, welches durchaus auch mit Sorgen behaftet sein kann. Gerade bei der ersten Schwangerschaft ist die Unsicherheit bei vielen Frauen groß, angesichts der Anforderungen, welche an sie von ihrer Umgebung gestellt werden. Erschwerend kommt hinzu, das rund um das Thema Schwangerschaft mittlerweile eine Industrie entstanden ist, welche einerseits mit allen Mitteln versucht, das Bild der stets glücklichen Mutter aufrecht zu erhalten, ja quasi zu fordern, gleichzeitig aber Sorgen und Ängste schürt um möglichst viele Leistungen und Produkte an die Frau zu bringen.

Achten sollte man in jedem Fall darauf, dass im Rahmen der anstehenden medizinischen Checks auch ein Glukosetoleranztest zur Erkennung des sog. Schwangerschaftsdiabetes durchgeführt wird, da zb. Diabetes-Mellitus-Symptome leicht den Beschwerden der Schwangerschaft zugeordnet und somit völlig übersehen werden können. Schwangere Frauen sollten versuchen, sich nicht in die Rolle der überglücklichen Gebärenden pressen zu lassen, sondern sich viel eher in Gelassenheit üben – Dies gilt sowohl für die Zeit vor der Geburt, als auch danach. Raus aus der Rolle der alles bewältigen könnenden Supermutter und rein in ein ausgeglichenes, möglichst entspanntes Ich. Dieses Lebensgefühl wird sich in der Folge nicht nur auf die werdende Mutter auswirken, sondern auch in hohem Maße auf das Kind  übertragen.

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