Teilzeitarbeit

Zwar sind auch heute längst nicht alle Arbeitgeber wirklich familienfreundlich, doch der Anteil derer, auf die diese Beschreibung in unterschiedlichen Graden zutreffend ist, steigt. Nicht nur, was Arbeitszeiten betrifft, auch andere Möglichkeiten werden Eltern geboten: So gibt es immer mehr Betriebskindergärten, die auch eine Betreuung für Kinder von Angestellten im Schichtdienst anbieten. Teilweise können die Kinder dort sogar übernachten, wenn sich keine andere Betreuungsmöglichkeit finden lässt. Langsam setzt ein Umdenken der Arbeitgeber ein. Galt früher, junge Mütter und Väter seien mit Vorsicht einzustellen, oder nach der Elternzeit in ihre alte Stelle wieder mit ihnen zu besetzen, so werden heute in ihnen bestimmet Qualitäten erkannt: sie gelten als flexibel, belastbar und als erfahren im Umgang mit schwierigen Situationen. Vor allem weibliche Chefs haben erkannt, dass die MitarbeiterInnen nicht schlechter arbeiten, nur weil sie Eltern geworden sind.

Nicht umsonst wird in den Medien in diesem Zusammenhang oft das Bild der “Familienmanagerin” zitiert. Von hier aus geht das Signal on Richting der männlichen Arbeitgeber, die sich ein Beispiel an nehmen und ebenfalls familienfreundlicher agieren. In Deutschland gibt es per Gesetz die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten: Der Arbeitgeber muss diesem Wunsch entsprechen, wenn keine zwingenden betrieblichen Gründe vorliegen. So können Mütter Arbeit und Betreuung des Kindes unter einen Hut bringen. Alle zwei Jahre darf der Wunsch nach Verkürzung vorgetragen werden. Wer mit 30 Stunden Arbeitszeit pro Woche überlastet ist und es sich finanziell leisten kann, kann nach zwei Jahren einen Antrag auf Herabsetzung der Arbeitszeit stellen. Gleiches gilt für die Aufstockung der Stunden. Anhaltspunkte zur Famlienfreundlichkeit von Arbeitgebern gibt in Deutschland under anderem das vom Bundesfamilienministerium und der Hertie Stiftung vergebene Zertifikat audit berufundfamilie, das insgesamt acht Bereiche untersucht: Arbeitszeitregelungen, interne Arbeitsorganisation, Arbeitsstandort, firmeninterne Kommunikation, Führungskompetenz, Personalpolitik, Entgelte und zusätzliche familienorientierte Serviceleistungen. Unter anderem halten gegenwärtig der Ostdeutscher Sparkassenverband, die Metro Group Düsseldorf, das Wohnungsunternehmen Deutsche Annington (deutsche-annington-auszeichnungen.de) und die Deutsche Bank AG ein solches Zertifikat, das alle drei Jahre durch eine Prüfung erneuert werden muss. Alles in allem kann man sagen, dass zumindest seitens vieler Arbeitgeber der Familie mehr Freiheiten eingeräumt werden. Die finanzielle Seite ist eine andere, denn viele Eltern können es sich einfach nicht leisten, sich intensiver um das Kind zu kümmern. An dieser Stelle bleibt der Staat weiterhin gefordert.

deutsche-annington-auszeichnungen.de

Leave a Reply