Zahnzusatzversicherung für Frauen – was ist wichtig?

Gleich zu Anfang sei erwähnt: Seit Ende 2012 müssen alle Versicherungen Unisex-Tarife anbieten. Das gilt für die Kfz-Versicherung genauso wie für Rentenversicherungen, Krankenversicherungen und eben auch die Zahnversicherung. Ganz sinnvoll ist das nicht, denn in so manchen Lebensbereichen macht sich der Geschlechterunterschied eben doch bemerkbar – aber so will es der Gesetzgeber nun einmal. Erarbeitet wurde dieser Entwurf aus Gründen der finanziellen Gleichstellung der Geschlechter, um Diskriminierungen vorzubeugen. Soweit, so gut. Gehen Frauen mit ihren Zähnen anders um als Männer? Fällt eine Zahnzusatzversicherung für Frauen anders aus? Eigentlich nicht – abgesehen davon, dass so mancher Versicherungsvertreter immer noch denkt, einer Frau könnte man alles verkaufen.

Was müssen Frauen denn nun bei der Zahnzusatzversicherung beachten? Ganz eindeutig ist: wenn der Tarif zwischen zwischen männlich und weiblich differenziert, handelt es sich nicht um ein seriöses Angebot. Eine solche Versicherung muss frau nicht ernst nehmenm und erst recht nicht abschließen, erklärt Dr. Martha Radtke, Oralchirurgin der Praxis Zahnärzte Usingen. Zahnzusatzversicherungen, die laut Vertrag eine hundertprozentige Kostenübernahme versprechen, sind ebenfalls mit Vorsicht zu betrachten. Hinter einer solchen Formulierung verbirgt sich oft eine Kostenfalle, denn gemeint sind nicht etwa 100 % der Gesamtkosten, die übernommen werden, sondern 100 % der Kassenleistung. Zahnzusatzversicherungen machen aber keinen Sinn, wenn gerade das Doppelte der Kassenleistung abgesichert ist. Denn das, was die Patientin dann noch zuzahlen muss, ist schlicht nicht leistbar – und der Grund, warum man in der Regel eine Zahnzusatzversicherung abschließt.

Sinnvoller sind Zahnzusatzversicherungen, die eine Kostenübernahme unabhängig von der Kassenleistung garantieren. Die sind nicht allzu teuer, aber dafür leistungsstark. Im Vertrag versprechen sie eine Übernahme von 70 %, 75 %, 80 % oder 85 % der Gesamtkosten inklusive der Kassenleistung. Bei einer solchen Versicherung bleibt zwar noch ein oft dreistelliger Betrag für die Versicherte zu leisten, aber der bewegt sich im Bereich eines teuren Abendessens. Übrigens ist eine private Zahnzusatzversicherung steuerlich absetzbar, wie WISO vor kurzem feststellte. Dabei ging das Wirtschaftsmagazin von gesetzlich krankenversicherten Personen aus.

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